Johannes Sondermann wird Thüringer Meister – starker Meuselwitzer Auftritt in Gera

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Ein Thüringer Meistertitel im Open, ein starker fünfter Platz im Nachwuchs und gleich mehrere bemerkenswerte Aufholjagden: Bei den Internationalen Geraer Schachtagen war der Meuselwitzer Schachverein Anfang Oktober sowohl beim 4. Albrecht-Beer-Turnier als auch beim parallel ausgetragenen U14-Jugendopen erfolgreich vertreten.

Die Meuselwitzer Bilanz in Gera:

TurnierSpielerErgebnis
Albrecht-Beer-OpenJohannes Sondermann5/7 · Rang 7 · Thüringer Meister
U14 A-TurnierLennard Guthold3/5 · Rang 23
U14 A-TurnierErik Phileas Große Servin2/5 · Rang 43
U14 B-TurnierTom Szameitat4/5 · Rang 5
U14 B-TurnierKonstantin Kretschmer2,5/5 · Rang 20

Johannes Sondermann wird Thüringer Einzelmeister 2026

Im großen Albrecht-Beer-Open war der Meuselwitzer SV diesmal nur mit Johannes Sondermann vertreten. Mehrere unserer Spielerinnen waren zeitgleich mit der Frauenmannschaft in der Regionalliga unterwegs – über den besonderen Spieltag in Bad Königshofen haben wir bereits ausführlich berichtet.

Johannes machte aus dem zahlenmäßig kleinen Meuselwitzer Aufgebot dafür sportlich das Maximum. Als Nummer 21 der Setzliste gestartet, begann er mit drei Siegen in Folge und arbeitete sich damit früh an die Spitzenbretter vor.

Nach dem Remis gegen den späteren Sechstplatzierten Jasper Heinke folgte in Runde fünf eines der Ausrufezeichen des Turniers: Johannes bezwang FM Karsten Schulz mit einer Elo von 2198 und ging damit mit 4,5 Punkten aus fünf Partien in die entscheidende Turnierphase.

Erst der spätere Gesamtsieger IM Helge Nordahl stoppte Johannes in Runde sechs. Mit einem abschließenden Remis gegen Wolfgang Westphal sicherte er sich schließlich 5 Punkte aus 7 Partien und den hervorragenden 7. Platz im Gesamtklassement.

Thüringer Einzelmeister 2026

Mit einer Performance von 2199 Elo und einem Elo-Zuwachs von rund 30 Punkten war Johannes zugleich der beste spielberechtigte Thüringer im Feld. Damit sicherte er sich verdient den Titel des Thüringer Einzelmeisters 2026.

Johannes Sondermann mit Pokal und Urkunde als Thüringer Einzelmeister 2026
Thüringer Einzelmeister 2026: Johannes Sondermann.

Der Titel hat zudem Bedeutung über Gera hinaus. Nach der derzeitigen Struktur des Deutschen Schachbundes führt der Qualifikationsweg der Landesverbände in das Kandidatenturnier der Deutschen Einzelmeisterschaft. Johannes hat sich mit dem Thüringer Meistertitel damit sportlich für den Thüringer Startplatz auf dieser nationalen Bühne qualifiziert. Die konkrete Ausschreibung für die Deutsche Einzelmeisterschaft 2027 steht allerdings noch aus.

Unabhängig davon ist der Titel bereits jetzt ein starkes Ergebnis: Johannes spielte sich aus Startposition 21 bis in die unmittelbare Spitze eines hochklassigen Feldes und belohnte sich für vier Siege, zwei Remis und nur eine Niederlage.


Vier Meuselwitzer beim U14-Jugendopen

Parallel zum Open gehörte die Panndorfhalle am Wochenende auch dem Nachwuchs. Im Geraer Jugendopen U14 wurde in zwei nach Spielstärke getrennten Gruppen gespielt. Für Meuselwitz gingen Erik Phileas Große Servin und Lennard Guthold im A-Turnier sowie Konstantin Kretschmer und Tom Szameitat im B-Turnier an den Start.

Vier Nachwuchsspieler des Meuselwitzer Schachvereins beim U14-Jugendopen 2026 in Gera
Vier Meuselwitzer Nachwuchsspieler beim Geraer Jugendopen U14 2026.

A-Turnier: Lennard dreht nach Fehlstart richtig auf

Das A-Turnier war mit 60 Teilnehmern stark besetzt. Erik ging als Nummer 46, Lennard als Nummer 48 in das Feld – entsprechend anspruchsvoll waren die Aufgaben von Beginn an.

Lennard Guthold und Erik Phileas Große Servin beim U14-Jugendopen 2026 in Gera
Lennard Guthold und Erik Phileas Große Servin im A-Turnier des U14-Jugendopen.

Lennard erwischte zunächst den denkbar schwierigsten Start. Gegen Jonas Lux und Adrian Kroh, beide mit Wertungszahlen deutlich über 1500, musste er zwei Niederlagen hinnehmen. Doch statt den Kopf hängen zu lassen, drehte er sein Turnier anschließend komplett.

Es folgten drei Siege in Serie: gegen Henning Schneider, Henning Podema und zum Abschluss Sebastian Götze. Gerade die letzten beiden Erfolge gegen Spieler mit 1471 beziehungsweise 1514 Wertungspunkten waren bemerkenswert. Mit 3 Punkten aus 5 Partien arbeitete sich Lennard noch bis auf Rang 23 nach vorn – 25 Plätze besser als seine Startposition.

Auch Erik musste sich zunächst in das starke Feld hineinkämpfen. Nach Niederlagen gegen Emanuel Njoya Wangemann und Mathilda Marie Eßers startete er mit 0 aus 2. Danach stabilisierte sich sein Spiel jedoch deutlich.

Ein Remis gegen Elisabeth Greta Eßers leitete die Wende ein, anschließend folgte ein Sieg gegen Lara-Sophie Teller. Mit einem weiteren Remis gegen Henning Podema beendete Erik das Turnier mit 2 Punkten aus 5 Partien auf Rang 43. Besonders positiv: Aus den letzten drei Runden holte er zwei Punkte und zeigte damit nach schwierigem Beginn eine klare Reaktion.

B-Turnier: Tom spielt sich bis auf Platz fünf

Im B-Turnier waren Tom und Konstantin für Meuselwitz am Start. Für beide entwickelte sich das Wochenende sehr unterschiedlich – mit einem besonders starken Ergebnis für Tom.

Tom zeigte über die fünf Runden eine bemerkenswerte Konstanz. Siege gegen Nicke Beyer, Erik Kurt Schöffski, Gustav Friedemann Huster und Samuel Wangemann standen lediglich einer Niederlage gegen Roman Knorr gegenüber.

Mit starken 4 Punkten aus 5 Partien erreichte Tom am Ende den 5. Platz. Damit gehörte er bis zum Schluss zur Spitzengruppe des B-Turniers und durfte sich bei der Siegerehrung über Urkunde und Sachpreis freuen.

Tom Szameitat mit Urkunde für den 5. Platz beim U14-Jugendopen 2026 in Gera
Starker 5. Platz im B-Turnier: Tom Szameitat.

Für Konstantin verlief das Turnier wechselhafter. Nach einer Auftaktniederlage reagierte er mit zwei Siegen in Folge gegen Niklas Biedermann und Bruce Jung. Nach einer weiteren Niederlage in Runde vier sicherte er sich zum Abschluss gegen Philipp Püschner noch einen halben Punkt.

Mit 2,5 Punkten aus 5 Partien belegte Konstantin schließlich Rang 20. Damit blieb er zwar hinter seiner Startposition acht zurück, sammelte aber erneut wichtige Turniererfahrung und zeigte mit der direkten Reaktion auf die Auftaktniederlage, dass er auch nach Rückschlägen schnell wieder in ein Turnier zurückfinden kann.

Ein Wochenende mit vielen positiven Geschichten

Sportlich ragte natürlich der Thüringer Meistertitel von Johannes heraus. Aber auch das Abschneiden unseres Nachwuchses konnte sich sehen lassen: Lennard kämpfte sich nach 0 aus 2 mit drei Siegen noch weit nach vorn, Erik stabilisierte sich nach schwierigem Auftakt, Konstantin sammelte weitere wertvolle Turnierpraxis und Tom spielte sich mit vier Siegen bis auf Platz fünf.

Damit kehrte der Meuselwitzer Schachverein aus Gera nicht nur mit einem Meisterpokal, sondern auch mit reichlich Erfahrung und mehreren starken Einzelergebnissen zurück.

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